Die Codewörter für einen One-Night-Stand

One Night Stand

Als es noch nicht üblich war, zu sagen, dass man gerne eine Frau oder einen Mann hätte, der überwiegend oder ausschließlich für den Sex vorgesehen war, musste man die Anzeigenredaktionen noch ein bisschen übers Ohr hauen. Die Begriffe und Kürzel, die man damals erfunden hat, haben inzwischen eine Wiedergeburt erfahren – und sind deshalb immer noch in aller Munde.

Wir verraten Dir die Wörter, die in Kontaktgesuchen genutzt werden, um einen One-Night-Stand anzudeuten.

Offen für alles Schöne

Was taten Frau und Mann also Anno 1970, wenn sie zusammen unter eine Decke wollten?

Wenn die Frau suchte, verkleidete sie ihre Wünsche besonders liebevoll: dann wurde „ein Mann für alles Schöne“ gesucht oder einer „für alle Dinge, die zu zweit mehr Freude machen“. Nun kostete aber bei diesen alten Zeitungsannoncen jedes Wort Geld, und deshalb gab es auch einzelne Wörter, die es ausdrückten: „offen, tolerant und modern“ waren die Starbegriffe. Heutzutage werden diese Codewörter auch gerne genutzt.

Geheimnisvolle Wünsche

Wer Wünsche hatte, die sich nicht in einem Wort ausdrücken ließen, musste da schon etwas tiefer in die Tasche greifen: Jahrelang geisterte die „etwas anspruchsvolle Mädchenfrau“ durch eine bekannte Wochenzeitung. Ob die Dame die Worte nur unglücklich gewählt hatte oder gleich schreiben wollte: „Zuckerpappi mit dickem Konto gesucht“ ist also nicht mehr feststellbar.

Da wussten Eingeweihte schon eher, dass Frauen, die „Pferde stehlen“ wollten, eher an Hosenställe als en Pferdeställe gedacht haben. „Französisch-Lektionen war in den 1970-er Jahren schon aus der Mode gekommen – die gaben die Frauen der damaligen Zeit bereits gratis – aber „Englische Erzieherinnen“ waren immer noch groß in Mode – und sie sind es heute noch.

Das Dumme: manche Begriffe wurden sowohl von den blauäugigen, unbedarften Damen wie auch von der professionellen Konkurrenz mit Beschlag belegt. Zum Beispiel war es ein Unterschied, ob eine „In jeder Hinsicht tolerante 29-jährige, dunkelhaarige und vollbusige Frau“ inseriert oder eine „Bibliothekarin, liberal und tolerant eingestellt“. Die erstere wollte nämlich mitteilen, dass sie verschiedene Arten von Sex praktiziert, die zweite ihre offene Haltung gegenüber der Menschheit darlegen. Pech, wenn man beide verwechselte.

Aufgepasst: Codewörter für finanzielle Interessen

Auch heute verbieten einschlägige Gesetze zu offensive Sexangebote – und allein deshalb bleiben die alten Begriffe populär. Für den One-Night-Stand gibt es den Ausdruck „intensive Begegnung“, oder „spontanes Treffen“ – aber dann weiß man immer noch nicht, ob es der Lust oder dem Gelderwerb der Dame dient.

Wer Lust am „Besonderen“ hat, muss außerdem die Abkürzungen lesen können: Wichtig ist vor allem „FI“ – das heißt „finanzielle Interessen“ und bedeutet: Die Liebe kostet Geld. Genau so viel Geld kostet sie, wenn ein Taschengeld (TG) gewünscht wird. Die Liebhaber besonderer Vergnügungen kommen meist ohnehin nur auf ihre Kosten, wenn sie zahlen: Ein ONS soll ja beiden Lust bereiten – und die ganz harten Dinge laufen nach wie vor über Zweibuchstabenkürzel.

Das könnte Dich auch interessieren:

ONS in Deiner Region:

Scroll to Top